Polymyalgia rheumatica

Bei der Polymyalgia rheumatica verursachen chronische entzündliche Prozesse eine muskuläre Schwäche und Muskelschmerzen  - vorwiegend im Bereich des Schulter- und Beckengürtels.
Eine Dauertherapie mit Cortison ist oft über mehrere Jahre erforderlich. Oft kann dabei die low dose nicht eingehalten werden, selbst wenn zusätzliche NSAR gegeben werden.

Radon wirkt dem chronischen Entzündungsprozess entgegen, indem es den heilungsfördernden körpereigenen Botenstoff TGF-beta aktiviert und damit den Gegenspieler des Entzündungstreibers TNF-Alpha stützt. So wird die Schmerzverursachung über den Weg der körpereigenen Entzündungsbegrenzung reduziert. Das autoimmune Geschehen wird darüber hinaus insgesamt vermindert, indem Radon zum einen die Apoptose aktiviert und damit (neben der TGF-beta-Aktivierung) auch die Bestandsaufnahme des Immunsystems aktualisiert und zum anderen indem Radon die Zell-Migration durch das Gefäßendothel und damit den Vorgang der Entzündung behindert.
Außerdem wird der Schmerzbotenstoff Substanz P gebremst, sodass die Schmerzinformation geringer wird.

Die gleichzeitig neben dem Radon im Gasteiner Heilstollen wirksam werdende Hyperthermie ist ebenfalls schmerzlindernd und entzündungshemmend. Allerdings werden bei der Polymyalgia vorwiegend die milderen Stufen der Überwärmung gewählt (37,5- maximal 39° Lufttemperatur).

Für die entsprechend behandelten Patienten mit Polymyalgia rheumatica resultiert eine mehrere Monate anhaltende Schmerzlinderung -  mit konsekutiver Einsparung an schmerzlindernden Medikamenten (NSAR) und auch an Cortison. Hierdurch resultiert letztendlich eine Verbesserung der Lebensqualität für die Betroffenen.
Somit ist eine Radonthermalstollenbehandlung in doppelter Hinsicht sinnvoll bei Polymyalgia rheumatica.

Bei hochakuten Zuständen sollte  vorrangig die medikamentöse Einstellung erfolgen bzw. überprüft werden. Nach Abklingen hochakuter Entzündungen ist zur weiteren Beschwerdelinderung und Stabilisierung die Gasteiner Thermalstollentherapie  - ggf. eingebettet in ein Gesamtprogramm aus Bewegungstherapie und erweiterter physikalischer Therapie - angezeigt.

Prim. Univ. Doz. Dr. med. Bertram Hölzl
Ärztlicher Leiter