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Bei welchen Krankheiten ist eine Radontherapie angezeigt?

Im Laufe der fast hundertjährigen dokumentierten Erfahrung mit der Radontherapie, haben sich einige Krankheitsbilder herauskristallisiert, bei denen sich die Radonkur als spezifisch wirksam erwiesen hat. Das sind:

  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, allen voran die ankylosierende Spondylitis (Morbus Bechterew), aber auch chronische Polyarthritis (Rheumatoide Arthritis), Arthrose und bestimmte Formen des Weichteilrheumatismus;
  • Erkrankungen der Atemwege, wie Asthma bronchiale oder chronische Bronchitis;
  • Hautkrankheiten, wie Schuppenflechte (Psoriasis), Sklerodermie und Neurodermitis.

Bei diesen chronischen Krankheiten kann zwar auch das Radon keine Heilung bringen, aber wesentlich zur Linderung der Beschwerden beitragen. Um die Lebensqualität der Patienten dauerhaft zu verbessern, kann eine Wiederholung der Kur alle ein bis drei Jahre angezeigt sein.

Wem ist von der Radontherapie abzuraten?

Menschen mit bösartigen oder akuten entzündlichen Erkrankungen sowie einer Überfunktion der Schilddrüse sollten sich keiner Radonkur unterziehen. Kindern und Schwangeren ist ebenfalls abzuraten. Herz-Kreislauf-Krankheiten könnten eventuell ein Problem darstellen, das der verordnende Arzt abklären muß. Im Heilstollen darf man nicht unter Platzangst leiden.

Sind die Erfolge einer Radontherapie wissenschaftlich belegt?

Schon seit Jahrhunderten genießen einige heiße Quellen, z.B. auf Ischia oder in Bad Gastein, den Ruf besonderer Heilkraft. Wurde bis dahin ein "Brunnengeist" für die heilsame Wirkung verantwortlich gemacht, entdeckten Forscher 1904 das Radon als wirksamen Bestandteil der Quellen.

Die Radontherapie ist inzwischen in einigen klinischen Studien an Patienten wissenschaftlich untersucht worden - mit positivem Ergebnis. Bei allen Untersuchungen fällt auf, dass die therapeutische Wirkung des Radons mehrere Monate anhält. In genau kontrollierten Doppelblindstudien, bei denen weder die Patienten noch die untersuchenden Ärzte wußten, welcher Patient Radon erhielt und welcher nicht, wurde seine therapeutische Wirksamkeit erhärtet.
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